Mit diesem Beitrag endet diese Kommentar-Reihe Unternehmensfinanzierung, deren Ausgangspunkt die Frage war, ob es sinnvoller ist, eine teure Kreditversicherung abzuschließen oder sein Credit Management zu optimieren.
Bonitätsklassifizierung für Kunden
Ob dies so geschieht, hängt von verschiedensten Faktoren ab. Klar, der Schuldner muss das Bestehen der Forderung anerkennen und er muss finanziell und rechtlich in der Lage sein, seine Forderung zu begleichen. Um seine finanzielle Fähigkeit zur Rückzahlung zu beurteilen, habe ich im
vierten Teil eine entsprechende Klassifikation vorgeschlagen.
Auf Basis einer solchen Klassifikation lässt sich eine entsprechende Steuerung aufbauen. Steuerung bedeutet, Unternehmen sollten bei Geschäftsabschlüssen die Vertrags- und Zahlungsvereinbarungen entsprechend der Klassifizierung des Kundens bzw. der Forderung ausrichten.
Zahlungsmöglichkeit mit Risiko
Viele Unternehmen machen dies bereits. So werden im Retailgeschäft Abschlüsse meist nicht gegen Rechnung getätigt, sondern nur über Zahlungswege, die das Bonitätsrisiko ausschließen, wie Vorkasse oder Nachname bzw. reduzieren, wie Kreditkarte oder Lastschrift (
Lesen Sie hier welches Bonitätsrisiko bei Konzernverflechtungen im Ausland möglich ist).
Im gewerblichen Geschäft sind diese Zahlungsvereinbarung mit Ausnahme des Lastschriftverfahrens allerdings unüblich. Hier erlebe ich aber oft, dass unabhängig von der Risikoeinschätzung gleiche Zahlungsbedingungen vereinbart werden, wie etwa Zahlung nach 14 Tage bzw. gar mit 2% Skonto unter Einhaltung einer bestimmten Frist.
Natürlich soll die Einräumung von Skonto einen Anreiz für die schnelle Bezahlung bieten und so das Bonitätsrisiko reduzieren. Dennoch ist einigen Unternehmen nicht bewusst, dass dieser Anreiz vergleichsweise teuer erkauft wird. Aber das soll hier nicht das Thema sein.
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